Früh am Morgen geht unsere Reise zum Machu Picchu los. Eine Unterhaltung mit einer Schweizerin verkürzt die 6-stündige, spektakuläre fahrt zu Hydroelectrica, der letzte Ort, der mit dem Auto erreichbar ist. Je näher wir dem Ziel kommen, desto grüner wird es. Ins letzte Tal führt eine sehr kurvige Straße entlang, wobei es auf der linken Seite gefühlt hunderte Meter hinab geht. Angekommen, laufen wir etwa drei Stunden am Bahngleis entlang um nicht den teuren Preis für den Zug zahlen zu müssen. Eine Nacht bleiben wir in Aguas Calientes, ein kleiner Ort unter Machu Picchu.
Noch vor Sonnenaufgang begannen wir unseren Anstieg zum Machu Picchu. Nach dem schönsten Sonnenaufgang und tausende Stufen erblickten wir die riesige Ruine. Der Besuch war beeindruckend, wir machten Fotos, belauschten Tourguides und trafen unseren Bekannten aus dem Bus nach Cusco wieder. Zurück in Aguas Caleintes aßen wir in der Markthalle neben den Locals weil die Touristenpreise überteuert sind. Da wir zu müde waren um noch einmal drei Stunden zu gehen, nahmen wir den Zug zurück nach Hydroelectrica.
Dort warteten wir unglaublich lange bis das Chaos vor Ort geregelt wurde und wir endlich einem (alten und klapprigen) Bus zugeteilt wurden. Und dann begann der Horror: Nach gut einer halben Stunde mussten wir in einem Dorf anhalten, denn unser Bus hatte einen platten Reifen. Danach war ich die ganze Zeit sehr angespannt, den rechts war eine tiefe Schlucht und der Fahrer fuhr zu schnell (außerdem sind Sicherheitsgurte in Peru ein Fremdwort). Bald begann es zu nebeln und zu regnen. Ich klammerte mich am Sitz fest und bald darauf starb der Motor ab. Wir stiegen aus und sahen das Unglück - ein zweiter platter Reifen. Also musste der Fahrer im strömenden Regen den Reifen reparieren ohne irgendwelche Hilfsmittel. Da wir irgendwo im nirgendwo im Dunkeln waren standen Able und ich hinter die Leitplanken und warteten. Bald begann es auch noch ganz in unserer Nähe zu blitzen und zu donnern. Ehrlich - ich hatte große Angst, denn auch kein anderes Auto hielt an um uns zu helfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir weiter (aber nur mit offenem Fenster, da die Frontscheibe immer anlief) und wir kamen noch in eine Polizeikontrolle und eine wichtige Straße war gesperrt. Viel zu spät und durchgefrostet kamen wir mitten in der Nacht in unserem Hostel an. Es war definitiv nicht lustig, doch in Erinnerung wird mir diese Fahrt bleiben!
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