Irgendwie hat das Posten von meine kleinen Abenteuer auf diesem Blog überhandgenommen, was meine Eltern dazu veranlasst hat meine Reise als „Urlaub“ zu bezeichnen. Ich möchte jedoch klar stellen, dass dies einerseits eine lustige aber andererseits auch eine sehr intensive Zeit ist. Der Alltag hier ist für mich schon Normalität geworden und deshalb schreibe ich eher über die außergewöhnlichen Dinge die hier geschehen. Um das zu ändern werdet ihr nun in diesem Blogeintrag endlich etwas über meine Arbeit in meiner Organisation und über mein tägliches Leben hier in Arequipa erfahren.
Die Bezeichnung für meine Arbeit als Freiwillige hier ist „Leadteacher“. Doch was bedeutet das nun genau? Ich habe eine eigene Klasse namens „Butterfly“, die ich jeden Tag für eine Stunde unterrichte. Sie sind die Jüngsten mit drei bis fünf Jahren und deshalb basiert der Englischunterricht viel auf aktivem Tun: Lieder, Spiele, Rätsel, Bilder und Bewegung. Doch gerade weil sie noch sehr jung sind, bin ich beeindruckt von ihrer Fähigkeit eine neue Sprache so einfach zu erlernen. Um mein Unterricht so gut wie möglich zu gestalten, schreibe ich für jeden Tag eine Vorbereitung mit einem Plan, Zielen und Vokabeln, die ich in die Stunde einbinden möchte. Wöchentlich treffen sich alle Lehrer in einem Meeting, bei dem das Verhalten und die Leistung der Kinder reflektiert werden. Außerdem wird monatlich eine Beobachtung und Reflexion über jedes einzelne Kind verfasst. Gibt es eine Auffälligkeit wird die Information an das Psychologenteam weitergeleitet und diese kümmern sich dann direkt um das Kind. In der zweiten Stunde gibt es verschiedene Möglichkeiten zwischen denen die Kinder auswählen können: Hausübung, Technisches Werken, Bildnerisches Gestalten oder Cancha (Spielplatz). In meinen Augen hat die Organisation eine professionelle und strukturierte Art ihre Ziele umzusetzen, was mir sehr gut gefällt.
Das waren nun die Fakten, jetzt zum interessanteren Teil: Ich habe eine unglaublich tolle Klasse, die mir einiges abfordert, da die Kinder hier doch mehr „Temperament“ haben! Wir müssen oft gemeinsam lachen und sie verbessern oft meine Grammatikfehler in Spanisch, was mich zum Schmunzeln bringt. Anfangs gab es einige Herausforderungen, da ich ihre Sprache gar nicht beherrschte aber inzwischen gibt es kaum mehr Kommunikationsprobleme. Außerdem bekomme ich manchmal Unterstützung von Peruanischen Freiwilligen, die mir mit dem Übersetzen helfen. Einmal im Monat gibt es eine Projektwoche, bei der jede Klasse sich etwas überlegt und durchführt. Im letzten Monat hatte die Woche das Thema „Movement“ und meine Klasse hat einen kurzen Stopmotionfilm dafür gestaltet, der sogar auf der HOOP Facebookseite geteilt wurde:
Im Moment haben wir das Thema „My family and my home“ und meine kleinen Schüler gestalten aus Schuhkartons kleine Häuser mit Bewohnern. Nebenbei wiederholen wir die Vokabeln für Räume und Möbel. Das führt zwar zu einem kleinen Chaos in der Klasse, doch für die tollen Ergebnisse nehme ich das gerne in Kauf!





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