children of the sun

18. Oktober 2018 Chivay, Peru


Colca Canyon


Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, hab meinen Rucksack genommen und im Schein der Straßenlaternen ging ich in Richtung Stadtzentrum. Meine Freunde warteten schon und begrüßten mich schlaftrunken. Wir machten uns im Bus gemütlich und schliefen sogleich wieder ein. Los ging unser dreitägiges Abenteuer in die zweittiefste Schlucht der Welt.

 Am ersten Tag konnten wir Kondore, die schwersten Greifvögel der Welt, beobachten, wie sie den Aufwind nutzten. Anschließend gingen wir für mehrere Stunden abwärts, im Zig-Zagweg dem steilen Felsen nach. Das verlangte unseren Knien ganz schön was ab. Angekommen in der Schlucht kam ich mir vor wie im Paradies - nach so langer Zeit wieder im Grünen. Im Colca Canyon wachsen exotische Pflanzen und Bäume wie Avocadobäume, Lucamabäume, Feigen, Trompetenbäume und Kaktus. 


Die Menschen haben einfachen Häusern und die meisten leben von der Landwirtschaft oder vom Tourismus. Auch wir übernachteten zwei Nächte in einer einfachen Unterkunft und bekamen simples Essen, das über Feuer gekocht wurde. Man muss sich vorstellen, dass die Menschen einen mühsamen Weg hinter sich bringen müssen nur um aus dem Tal zu kommen und auch die Kinder haben einen sehr langen und anstrengenden Schulweg. Nachts, als wir unsere Zähne im Freien putzten, konnte ich das erste Mal in meinem Leben das helle Leuchten der Milchstraße bestaunen. Der Sternenhimmel war unheimlich schön, so ganz ohne Lichtverschmutzung!


Am letzten Tag unserer Trekking-Tour schlugen wir unsere Augen, um vier Uhr am Morgen auf um mit Stirnlampen früh genug den Aufstieg zu beginnen. Hunderte Touristen bestiegen schweigend, wie auch unsere Gruppe, den steilen Weg. Doch das Aufstehen zahlte sich aus: Die Berge in der Ferne wurden von der Sonne rot gefärbt und der Ausblick war traumhaft!


Das Ziel erreicht, dankten wir Pachamama (Mutter Erde). Sie ist eine Göttin der Quechua und Aymara in den Anden und sie schenkt, nährt und schützt das Leben in vielfacher Hinsicht. Um ihr zu danken werden einige Gaben vergraben und jeder Wanderer spricht ihren/seinen Dank leise aus. Dieses kleine Ritual war sehr berührend und es hat mich erinnert, wie dankbar wir für alles sein können.


Nach meinem ersten Mal baden in Hot-Springs konnten wir noch die Anbauterrassen bestaunen und mit Muskelkater, jede Menge schönen und lustigen Erinnerungen ging es wieder zurück in die Stadt.




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